il Pedalo Diavolo - Mit dem Karmann durch Italien


Der diesjährige Urlaub sollte auch wieder eine Rundfahrt mit dem Cabrio durchs nördliche
Italien sein. Allerdings unter etwas besserem Vorzeichen, da die letztjährige Fahrt ja als
Zero-Compressione-Tour in die Geschichte einging. Von der letztjährigen Tour gibt es noch
Bilder bei Rolf Stephan Badura.

Also startete ich dieses Jahr erneut mit meiner Freundin Margot das Abenteuer, 3000 km mit dem Karmann-Ghia
durch Bella Italia zu kreuzen.

Auch wenn sich meine Jeannie dieses Jahr als sehr robust erwiesen hat, so habe ich auch dieses Jahr
wieder ein neues italienisches Wort gelernt: Frictione = Die Kupplung

Die Reise:

Hotel Due Palme
Schönheiten am Lago Maggiore
8.7.99 Abfahrt in Winnenden (bei Stuttgart) um 6.40 Uhr Richtung Autobahn Singen - danach über die Grenze bei Schaffhausen durch die Schweiz vorbei an Zürich, Luzern, Brig über den sehr schönen Grimsel-Pass und den Simplon-Pass nach Bella-Italia.

Während sich bei uns noch die Regenwolken tummelten, war es ab der italienischen Grenze schon dermassen warm, daß man leider nur noch offen fahren konnte :-)

So hielten wir denn auch wie letztes Jahr im schönen Mergozzo, wo wir im Hotel Due Palme eine herrliche Nacht mit Blick auf den Lago di Mergozzo, einem Ausläufer des Lago Maggiore verleben konnten.

9.7.99 Voller Wagemut ging es dann weiter über Ivrea - kleine Vesperpause an der üblichen Stelle - (ja, Rolf - ich war so mutig und habe an derselben Stelle gehalten wie letztes Jahr) auf die Autostrada vorbei an Turin - sehr schnell vorbei an Turin - durch Piemont an die italienische Riviera nach Diano Marina, Ligurien. Dieser sehr schöne Ort liegt zwischen San Remo und Genua.
Kleine Anmerkung noch zur Strecke durch Piemont: Obwohl ich hiervon keine Bilder habe, gehört dieser Streckenabschnitt zum Schönsten, was man sich und seinem Karmann antun kann. Hervorragende Strassen - Super Landschaft - Und auch in der brütendsten Hitze genügend Schatten durch die Wälder und Berge.
Diano Marina

Los Abschleppos
Übernachtung im Bel Soggiorno
Inmitten der belebtesten Strasse von Diano Marina meinte dann meine Jeannie-Maus, daß es doch absolut unnötig wäre, jetzt noch weiter zu fahren, da wir ja endlich am Meer seien, und es viel schöner sei, ab sofort auf die Funktion der Kupplung zu verzicht. GRMPFL !!!!

Anfahrt mit Anlasser im zweiten Gang- Suche nach weniger belebter Strasse und lauter Hilfeschrei an den ADAC. Der Abschleppwagen kam dann auch nach einer Stunde und der freundliche Mechaniker, des deutschen und englischen leider nicht mächtig konnte überzeugt werden, uns ein Hotelzimmer zu besorgen und den Wagen unter seine Fittiche zu nehmen. Meine Diagnose, daß die Kupplung defekt sei - und dies am Freitag abend - hat meine Stimmung nicht gerade angehoben.

Also bekam Jeannie einen Tritt auf das Hinterrad (der mir mehr wehtat als ihr) und ich ging frustrierterweise mit Margot ins Hotel. Wir erlebten einen schönen Abend in Diano Marina, wo wir dann beide zu dem Schluss kamen, daß es gar nicht so schlecht ist hier, und wir gut ein paar Tage hier verbringen können. Wetter gut- Meer gut- Kneipen gut- Hotel gut- Schlaf gut.

10.7.99 Voller Tatendrang wachten wir am nächsten Morgen auf und stürzten uns ins Strandleben. Welche Enttäuschung als uns der Mechaniker um 11.00 Uhr verkündete, daß der Wagen jetzt fertig sei und nur das Kupplungspedal - il Pedalo Frictione - defekt war. Kosten für die Reparatur/Schweißen: Lira 70.000 = 70,- DM.

Dieser Tag war somit gerettet und wir verbrachten ihn damit, ein wenig die Küstenstraße entlangzufahren und durch das bergige Landesinnere wieder zurück. Endlich gibt's auch mal ein Palmenbild mit Karmann...

Die Kanonen von Diano Marina

Unter Palmen

Galeone Neptun 11.7.99 Recht früh starteten wir weiter auf unserer Italien-Tour in Richtung Genua. Der einzige Grund für uns, eine italienische Großstadt zu besuchen war der, daß wir die Galeone Neptun im Porto Antico mit unserem kleinen Piraten Growltiger besuchen wollten.

Für Oldtimer-Liebhaber ist das ein absolutes Muss. Da es für diesen Reisebericht etwas viel an Galeone wäre, gibt es die Galeonen-Bilder mit Beschreibung hier.

11.7.99 Weiter ging es dann an diesem Tag immer entlang der Küste vorbei an Sestri Levante in Richtung Cinque Terre , einem ganz besonders reizvollen Fleck in Italien.

Le Cinque Terre bestehen aus den fünf Dörfern Riomaggiore , Manarola , Corniglia , Vernazza und Monterosso.

Auch über dieses Gebiet lassen sich leicht Bücher füllen. Nur so viel an dieser Stelle: Die Strecke über die Berge nach Vernazza war das Abenteuerlichste, was ich bisher jemals mit einem Auto gefahren bin. Die Alternativstrecke zurück bei einsetzender Dunkelheit ebenfalls. Von diesem Abend an waren für mich alle anderen Serpentinenstrecken nahezu ausgebaute Autobahnen und auch die ansonsten engen italienischen Gassen konnten mich kein bißchen mehr beeindrucken. Da diese Gegend dann doch so schön war, blieben wir 2 Nächte mit einem Faultag am Strand von Monterosso. Übernachtet wurde auf dem Berg im Hotel-Ristorante Bivio. Nicht sehr komfortabel, aber noch in Ordnung.

Kleine Übersicht

Le Cinque Terre

Albergo Ristorante Bivio

Il Torre Pendente

Campingplatz

13.7.99 Etwas wehmütig verliessen wir die Cinque Terre , um weiter in Richtung Elba vorzustossen. Natürlich musste ein Abstecher nach Pisa auch noch sein. Obwohl wir die beste Uhrzeit für die Turmbesichtigung gewählt hatten: 12.00 Uhr mittags bei ungefähr 68 Grad Celcius im Schatten und einen Parkplatz so ca. 80 Quadrillionen Meilen vom schiefen Turm entfernt. Aber es lag halt gerade auf dem Weg. Dafür waren die T-Shirts mit 10,- DM ein richtiges Schnaebbsche !

Nix wie raus aus Pisa und weiter auf der Autostrada nach Vada zum Campingplatz Tri Pesce.

Kleine Anekdote am Rande: Als ich mich am Campingplatz eincheckte, bot mir die Chefin des Campingplatzes ( eine Schweizerin ) sofort einen Privatparkplatz an und war ganz hingerissen von meinem kleinen alten Auto. Meine Margot, die im Auto wartete, war etwas verwirrt, als ploetzlich jemand mit Kamera auf das Auto zurannte um sie zu fotografieren. "Machen die das mit allen Camping-Gaesten?"

14.7.99 Dieser Tag war wieder sehr heiss und die heutige Ausfahrt erfolgte ins Landesinnere nach San Chimignano und Volterra. Eine sehr schöne Strecke für Karmann-Ghias. Super-Straßen mit einem herrlichen Überblick über die Toscana.
Bilder hiervon folgen noch.

Nachdem es immer heisser wurde, und wir uns nicht mit dem Gedanken anfreunden konnten, nur noch am Strand rumzuhängen, ging es dann am 15.07.99 wieder in einer recht friedlichen Fahrt in 13 Stunden über Pisa, Genua, Alessandria, Verbania , Domodossola und wieder über die Pässe Simplon und Grimsel zurück durch die Schweiz nach Deutschland. Immerhin 1000 km nonstop (außer Tanken) ohne jegliches Murren meines kleinen Karmann-Mädchens, das ja immerhin dieses Jahr noch ihren 30ten feiert.

Kleines Mädchen

Vor Kapelle